SK Jever – SF Spelle 6,5 – 1,5
Erster Mannschaftskampf in der Verbandsliga West
Die neue Saison hat am Sonntag (dem 28.9.) begonnen, der Schachklub Jever tritt das erste Mal seit 18 Jahren wieder in der Verbandsliga an. Und ungefähr genauso lange ist es her, das der Schachklub eine zweite Mannschaft aufstellen konnte. Hier geht es unten los, also in der Unterbezirksliga Küste.
Der Mannschaftskampf der ersten fing auch gleich erfreulich an, der Landesligaabsteiger aus Spelle ist nur zu siebt angereist und der Mannschaftsführer Thomas Lukossek konnte am 8.Brett gleich den ersten Punkt für Jever einstreichen. Am fünften Brett gelang es dem Jeveraner Reinhard Murina, sich in den taktischen Verwicklungen der Sizilanischen Verteidigung durchzusetzen und das 2:0 klar zu machen. Der dritte Punkt fiel dann am zweiten Brett, wo Karl-Heinz Jürgens mit den weißen Steinen von Anfang Druck machte und letzlich in ein klar gewonnenes Endspiel überleiten konnte. Jörn Richter, der seinen ersten Mannschaftskampf seit ca. 35 Jahren bestritt, hat in einer eigentlich vorteilhaften Stellung eine taktische Möglichkeit übersehen und musste leider aufgeben. Beim Zwischenstand von 3:1 sahen es in den übrigen 4 Partien so aus, als ob jede davon mindestens Remis würde. Nach vorherigen Gewinnchancen war das ausgekämpfte Remis von Galina Sobczyk am siebten Brett dann auch in Ordnung, zumal Olaf Heinrich am 4.Brett seinen Gegner von Anfang vor schwere Aufgaben stellte und die Partie dann taktisch entscheiden konnte. Auch Hubert Weber an drei gewann nach zähem Kampf, letztlich setzte sich hier der knappe Materialvorteil von Dame gegen Turm und Läufer durch. Noch zäher war der Kampf am Spitzenbrett, wo Thomas Schian einen minimalen Vorteil nach sechs Stunden in einen Sieg verwandeln konnte.
Mit dem hohen Sieg von 6,5:1,5 ist der SK Jever der erste Tabellenführer der Verbandsliga West. Trotzdem sollte man sich davon nicht täuschen lassen, als Aufsteiger wurden hier in erster Linie zwei Punkte gegen den Abstieg eingefahren.
SK Jever – SV Lingen 3,0 -5,0
Der Schachklub Jever konnte als Aufsteiger ja gleich die erste Runde hoch gewinnen und damit die Tabellenführung übernehmen. Zur zweiten Runde erwartete man den SV Lingen, der als einziger Verein in dieser Liga sogar mit einem Großmeister antritt.
Und tatsächlich war die erste entschiedene Partie auch die an Brett 1, wo der ehemalige Weltklassespieler GM Lev Gutman gegen den Jeveraner Thomas Schian antrat. Trotz der schwarze Steine konnte Thomas die Initiative übernehmen und sogar eine Gewinnstellung erhalten. Durch einen Fehler drehte sich jedoch die Partie, und es sah düster für den Jeveraner aus, der um das Remis kämpfen musste. Der Kampfgeist wurde letztlich belohnt und beide Spieler mussten mit der Punkteteilung zufrieden sein.
An Brett sechs konnte Jörn Richter die Gegnerin von an Anfang an unter Druck setzen. Letzlich fiel erst ein Bauer, dann der nächste und in hoffnungsloser Stellung gab dann die Lingener Spielerin auf.
Die nächste Entscheidung fiel an Brett zwei, wo Karl-Heinz Jürgens mit den weißen Steinen Druck machte und sogar zwei Bauern opferte. Trotz des ungleichen Materials war die Stellung jedoch immer im Gleichgewicht und letztlich endete die hochklassige Partie mit einem beidseits verdienten Remis.
Der Ausgleich viel dann an Brett 7, wo Halina Sobczyk zunächst sehr schlecht aus der Eröffnung kam, durch einen Fehler des Gegners dann einen leichten materiellen Vorteil erlangte. Der Lingener konnte jedoch weiterhin angreifen und nach einem Fehler Halinas war die Partie dann leider verloren.
Thomas Lukossek am achten Brett konnte mit den weißen Steinen aus der Eröffnung nicht viel erreichen. Im weiteren Verlauf verlor er leider einen Bauern und dann im Endspiel auch die Partie. Reinhard Murina steuerte dann ein sehr hart umkämpftes Remis bei, nachdem er dem hartnäckigen Angriffsdruck seines Gegners mit einem Gegenangriff begegnete und letztlich den halben Punkt sicherstellen konnte
Ebenfalls ein hart umkämpftes Remis konnte Hubert Weber an Brett drei erreichen Auch hier eine starke Leistung!
Weniger gut lief es am vierten Brett für Olaf Heinrich. Nachdem der Gegner Olafs Angriffe abwehren konnte, musste der Jeveraner dann einen Bauern für unklare Chancen opfern, um eine klare Verluststellung zu vermeiden. Letztlich konnte sich der Lingener jedoch durchsetzen.
Somit stand zum Schluss eine 3:5 Niederlage zu Buche und der Schachklub Jever fährt für die nächste Runde zum etwas überraschenden Tabellenführer nach Osnabrück.
SV Osnabrück -SK Jever 4,5 – 3,5
Der Schachklub Jever konnte als Aufsteiger ja gleich die erste Runde hoch gewinnen und damit die Tabellenführung übernehmen. Zur zweiten Runde erwartete man den SV Lingen, der als einziger Verein in dieser Liga sogar mit einem Großmeister antritt.
Es fing ungünstig an, Jever ist etwas ersatzgeschwächt zum Tabellenführer nach Osnabrück gereist, während der SV Osnabrück zum ersten Mal mit der nominellen Nr. 1 antrat.
Der Anfang jedoch konnte sich sehen lassen, am 7. Brett konnte Wilke in eigentlich schlechterer Stellung nach einem Fehler seines Gegners einen Turm und in der Folge dann auch souverän die Partie gewinnen.
Der Ausgleich fiel dann an Brett 6, wo Halina Sobcyzk mit Schwarz zunächst die Eröffnungsphase ausgeglichen gestalten konnte, im Mittelspiel jedoch dem zunehmenden Druck des Gegners leider nicht stand halten konnte.
Am 2. Brett dagegen erspielte sich Karl-Heinz Jürgens einen leichten Stellungs- und einen großen Zeitvorteil. Nachdem Jürgens ein Remisangebot seines Gegners abgelehnt hatte, geriet dieser in knapper Zeit ins Schwimmen und fand in schwieriger Stellung nicht alle richtigen Züge. 2:1 für Jever.
An Brett 5 verlief die Eröffnung für Jörn Richter trotz der weißen Steine unbefriedigend mit einem Minusbauern. Danach kämpfte er zwar noch stundenlang um den halben Punkt, doch als im Schwerfigurenendspiel dann der zweite Bauer fiel, war die Partie bald endschieden.
Auch an Brett 1 lehnte der Jeveraner Thomas Schian ein Remisangebot seines Gegners ab und überspielte seinen Gegner in der Folge. Leider allerdings machte Schian den Sack nicht zu und der Gegner konnte sich letztlich doch noch über einen halben Punkt zum 2,5:2,5 freuen.
Die nächste Entscheidung fiel an Brett 3, wo Hubert Weber aus der Eröffnung heraus den Gegner dominierte, dann leichten Materialvorteil erlangte (Turm gegen Springer und Bauer), aber letzlich nicht den richtigen Gewinnplan finden konnte. Auch hier ergab sich ein Remis und damit das 3:3.
An Brett 4 kam Olaf Heinrich in der Eröffnung schon unter Druck, Raumnachteil und wenig Entwicklungsmöglichkeiten für seine Figuren waren die Folge. So blieb dann auch ein Bauer auf der Strecke, der Verlust eines zweiten Bauern machte dann die Sache klar und Osnabrück führte 4:3.
Die Partie am achten Brett musste also für Jever gewonnen werden, doch sah es hier für Martin Keck nur nach Remis aus. Der Jeveraner stand zwischenzeitlich auch auf Verlust, konnte die Partie in der Folge jedoch ausgeglichen gestalten. Umgeben von vielen Kiebitzen endete auch diese Partie mit einem Unentschieden und der gesamte Mannschaftskampf mit einem 4,5:3,5 für Osnabrück.
SK Jever – SF Quakenbrück 5,0 – 3,0
Bereits am Samstag trat die 2. Mannschaft des Schachklubs Jever in Emden an und konnte sich gegen die zweite Mannschaft vom SK Königsspringer Emden mit 2,5:1,5 durchsetzen. Helge Frankzisky spielte am 1.Brett ein sehr solides Remis, nachdem Martin Keck an Brett drei sowie Mannschaftsführer Thomas Lievenbruck an Brett 4 sicher gewinnen konnten. Damit war der Mannschaftssieg sicher gestellt. Etwas unglücklich hat Tim Hinrichs am zweiten Brett verloren.
Am Sonntag dann ging es für die erste um die Wurst, als Aufsteiger musste zu Hause gegen den Tabellenletzten Quakenbrück gepunktet werden, um gar nicht erst richtig in den Abstiegskampf zu kommen. Los ging es mit einem Remis an Brett 5. Reinhard Murina mit den Schwarzen Steinen lies nichts anbrennen, konnte allerdings auch selbst kein Feuerwerk zünden. Ebenso lief es an Brett 7, wo Halina Sobczyk ebenfalls mit Schwarz ein solides Remis spielte. Dann folgte ein voller Punkt für Jever an Brett 1. Thomas Schian konnte mit Schwarz schnell eine angenehme Stellung erreichen, setzte den Quakenbrücker Brinkmann zunehmend unter Druck. Das Stellungsübergewicht führte zunächst zu einem Mehrbauern und dann zum Zusammenbruch der weissen Stellung -2:1 für Jever! Thomas Lukossek konnte sich an Brett 8 mit Weiß einen Mehrbauern erspielen, den er dann im Endspiel verwerten konnte. Auch Hubert Weber an Brett 3 überspielte seinen Gegner und steuerte einen weiteren Punkt zum Zwischenstand von 4:1 bei. An Brett 6 sah es für Jörn Richter zunächst ganz gut aus. Leider geriet er zunehmend unter Druck und konnte den Verlust eines Bauern nicht vermeiden. Der Gegner verstand es, diesen in einen Gewinn umzumünzen… nur noch 4:2. Den Sieg sollte nun Karl-Heinz Jürgens mit Weiß an Brett 2 sicher stellen. Nach einem spannenden Mittelspiel konnte Jürgens sich ein vorteilhaftes Endspiel sichern. Der Gegner lies es zu, dass der Jeveraner einen Freibauern bilden konnte und diesen Freibauern konnte der Quakenbrücker letztlich nicht aufhalten. Beim Stand von 5:2 war der Mannschaftskampf entschieden und die letzte Partie an Brett 4 war nicht mehr ganz so wichtig. Olaf Heinrich stand lange Zeit sehr schlecht und vermutlich verloren, konnte dann aber seine Stellung konsolidieren und Ausgleich erreichen. Als der Mannschaftskampf schon entschieden war, versuchte er dann etwas zu sehr mit der Brechstange, den vollen Punkt zu erspielen. Das wurde jedoch zum Bumerang und somit ist das Endergebnis ein 5:3
